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Das Swiss Medical Board wird seine Arbeiten einstellen

Der Vorstand des Swiss Medical Board (SMB) hat entschieden, den Betrieb des Kompetenzzentrums per Ende 2021 einzustellen. Das Board hat sich in den vergangenen Jahren für ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Gesundheitsleistungen eingesetzt. Inzwischen hat der Bund ein eigenes Programm aufgebaut, mit dem nicht wirksame und nicht effiziente Leistungen reduziert werden sollen. In einem vergleichsweise kleinen Versorgungsgebiet wie der Schweiz macht es keinen Sinn, parallele Strukturen aufrechtzuerhalten.

Das Swiss Medical Board ist 2009 aus einer Initiative des Kantons Zürich entstanden. Seit 2011 ist es auf nationaler Ebene etabliert. Als Schweizer Kompetenzzentrum für sogenannte «Health Technology Assessments (HTA)» analysiert das SMB medizinische Massnahmen auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis und leistet damit einen Beitrag für eine gute Versorgungsqualität und einen effizienten Mitteleinsatz. Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Mehrwert einer Behandlungsform gegenüber einer anderen.

Dem Verein ist es gelungen, HTA als Standard zur Evaluation von medizinischen Leistungen in der Schweiz zu etablieren. Es konnten wichtige Diskussionen über den Nutzen medizinischer Leistungen für die Patientinnen und Patienten angestossen werden und zahlreiche Empfehlungen zuhanden politischer Entscheidungsträger, medizinischer Fachpersonen und weiterer Leistungserbringer veröffentlicht werden. Die Tätigkeiten des SMB haben auch den Bund dazu veranlasst, aktiv zu werden. In seiner Strategie «Gesundheit2020» hat der Bundesrat die Stärkung von HTA als eine der Prioritäten festgelegt. Es wurde ein Programm zur Überprüfung von potenziell obsoleten Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung lanciert.

Die vom SMB vorgeschlagene Synergienutzung mit dem Bundesprogramm ist nicht zustande gekommen. In einem vergleichsweise kleinen Versorgungsgebiet wie der Schweiz macht es keinen Sinn, zwei parallele Strukturen aufrechtzuerhalten.  Der Vorstand des SMB hat deshalb entschieden, den Betrieb per Ende 2021 einzustellen. Die laufenden Projekte und Arbeiten werden fertiggestellt.

Es ist wichtig, dass die Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auch nach dem Rückzug des SMB regelmässig auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt und die Erkenntnisse dazu öffentlich zugänglich gemacht werden. Es besteht deshalb seitens Vorstand des SMB die Erwartung, dass der Bund seine Arbeiten im HTA-Bereich wie angekündigt intensiviert, weiter ausbaut und Entscheide bezüglich der Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf Ergebnisse dieser Analysen abstützt.